Grafikfiguren
Grafikfiguren
Grafikfiguren
Freiwilligenarbeit im Fokus
Welchen Stellenwert hat freiwilliges Engagement für die Entwicklung einer lebensfreundlichen,
nachhaltigen Gesellschaft?

14. Konferenz Zivilgesellschaft | Österreichische Freiwilligenmesse | 1.-2.10.2016 | Wiener Rathaus

 
 
 

Umwelt und Klimaschutz

Diagnose und Eingangsposition

Umwelt- und Klimaschutzfragen wurden bislang meist im Rhythmus der UN-Umwelt- und Klimakonferenzen medial zwar stark wahrgenommen, weil sie vor Ort drastische Bilder der zunehmenden Ressourcennutzung und Umweltverschmutzung nachzeichneten, aber diese zumeist gleich darauf im 'business as usual' regelrecht ins Gegenteil verkehrt. 'Jobs and Growth' waren auch die bis heute am häufigsten genannten wirtschaftspolitischen Zielsetzungen. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum mit seiner materiellen Ressourcennutzung übertrifft die oft beschworene Ressourceneffizienz und verkleinert unsere lebenswichtigen Naturräume. Bis auf einige Teilerfolge im technischen Bereich, bezüglich Verbesserung von Wasser- und Luftqualität, stehen selbst große Umweltorganisationen dieser Entwicklung bislang ziemlich chancenlos gegenüber.

Die Initiative Zivilgesellschaft (IZ) bezog ihre Eingangsposition zu Umwelt und Klimaschutz zunächst über das Thema 'globales Naturbewahrungsprogramm', wie beschrieben in ihrer Publikation 'Die Wende der Titanic', aus drei Hauptaspekten:

Als dynamisierender, verstärkender Zusatz zur Reduzierung der Umweltbelastungen werden, in Hinblick einer Weltwirtschaftsverfassung, folgende Änderungen vorgeschlagen: * ein Paradigmenwechsel vom geldzentrierten hin zu einem gemeinwohlorientierten Wirtschaftssystem, * die stufenweise Einführung einer absoluten Nutzungsbegrenzung nachwachsender Naturressourcen, * der konsequente Umbau des antiquierten Steuersystems, * eine gerechtere Verteilung der Erwerbsarbeit, * die Verankerung einer Treuhand- und Vorsorgepflicht bei Zukunftsgütern, * der Umbau des zerstörerisch gewordenen Finanzsystems.

Die 'erste Konferenz Zivilgesellschaft‘ (2006) schärfte die Position zum Thema Umwelt als 'Lebensraum' und erarbeitete eine Vision und eine Strategie bzw. Aktionen:

Zur Vision zählen

Der dazu zu beschreitende Weg:

Schaffung entsprechender 'Rahmenbedingungen bezüglich Ressourcennutzung und eines Finanzsystems'. Dazu sollen 'Positivstrategien kommuniziert', 'Modellbeispiele erarbeitet' und geeignete 'Plattformen geschaffen' werden.

Weitere Entwicklung

Die Verflochtenheit des Umweltthemas mit vielen anderen Themen wird in zahlreichen Konferenzen in den folgenden 10 Jahren immer wieder über die Nachhaltigkeitsthematik bestärkt. Etliche Brückenbauveranstaltungen wurden von den Proponenten des Umweltbereichs angestrengt. Eine wesentliche Verknüpfung galt davon dem Thema Geld (Annährungsgespräche 'Gedanken zu einer zukunftsfähigen Geldordnung und Ressourcenwirtschaft'), dem Thema Grundeinkommen ('Stufenplan zur neuen Grundversorgung') und den verschiedenen Wirtschaftsalternativen ('Gedanken zu einer zukunftsfähigen Wirtschaftsordnung' – zur Perspektive eines 3. Weges) und zum spezifischen Umweltthema selbst ('Klimabündnis, Plattform Footprint und Ressourcenwirtschaft – Gemeinsamkeiten und Anwendung').

Das Thema Bildung erhält in Form der Umweltbildung Akzente durch die 'Plattform Footprint' (Ökologischer Fußabdruck). Als eine Form der Umweltethik wird der 'Globalverstand' bemüht, als Vorbereitung eines Paradigmenwechsels hin zur Herausbildung eines neuen wirtschaftlichen Rahmens. Gerade letzterer hat sich durch die 2008 eingetretene Finanzkrise mehr als notwendig herausgestellt!

Erneuerte Ziele

Die staatlichen Institutionen können (sollten) im aktuellen kapitalistischen Wirtschaftssystem und in einer (wirklich) demokratischen Gesellschaftsordnung bei all diesen Bemühungen nur Stütze sein, niemals der Akteur selbst. In der gegenwärtigen Situation muss jedoch die Verantwortung der RepräsentantInnen eines Staates, angesichts der vielen vollmundigen Versprechungen bei Umweltkonferenzen, eingefordert werden. Verantwortung für eine bessere Entwicklung muss aber genauso von der Basis souveräner Menschen kommen. Dies von der Basis her durch entsprechende Alternativen, wie z.B. einem ressourcenwirtschaftlichen, regional tragfähigen Rahmen anzuregen und staatlich unterstützt aufzubauen, soll Herausforderung für die zukünftige Entwicklung der IZ und deren Kooperationen sein. Erst dann können Aufgabenstellungen im Bereich Umwelt und Klimaschutz im Verbund mit den anderen gesellschaftlichen Themen bewältigt werden.

Dabei wäre es einerseits prinzipiell wichtig, auf Prioritäten zu achten:

Die Umsetzung aus gesellschaftlicher Sicht bedarf andererseits wiederum eines konsensualen Entwicklungsprozesses. Zukunftsweisendes Leitbild der IZ zielt also auf Nachhaltige Entwicklung im Sinne einer global/regionalen Dauerlebensfähigkeit, primär unter Bedachtnahme eines 'Guten Lebens für Alle'.

Der erste Obmann der IZ, Wolfgang Pekny, meint dazu, er hätte sich in den letzten 40 Jahren nicht vorstellen können, dass 'Freiheit und Frieden noch schneller in Gefahr kommen als 'Urwald und Klima'. Es sei ihm daher wichtig zu betonen, dass 'in Zeiten, in denen der Griff zur Waffe scheinbar zu einem normalen Ausdruck von "persönlicher Befindlichkeit" wird, in denen Rassismus und Vorverurteilung zur "medialen Regel" werden und politisches Kleindenken den Blick für Globalverstand vernebelt, es von zentraler Bedeutung ist, die Grundwerte einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu stärken. Diese sind neben Ökologischer Nachhaltigkeit eben vor allem Freiheit, Frieden und Solidarität.'


Verfasst von Harald J. Orthaber, Juli 2016 (redigiert und mit Beiträgen von thematisch zugewandten Mitgliedern der IZ)

Harald Orthaber war seit 2005 mit der Leitung der Arbeitsgruppe ‘Naturbewahrung und Wirtschaft/Ressourcenkultur’ in der NGO ESD (European Sustainable Development) betraut und Vorbereitungs- und einfaches Gründungsmitglied der IZ und beteiligt sich darin mit dem Projekt 'zfs - Zukunftsforum: Systemwandel – für eine sozial-ökologische sichere Welt'’.
Kontakt: h.orthaber AT fli.at
Infos: http://www.fli.at und http://members.chello.at/zfsnet