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Freiwilligenarbeit im Fokus
Welchen Stellenwert hat freiwilliges Engagement für die Entwicklung einer lebensfreundlichen,
nachhaltigen Gesellschaft?

14. Konferenz Zivilgesellschaft | Österreichische Freiwilligenmesse | 1.-2.10.2016 | Wiener Rathaus

 
 
 

Bildung

Die Initiative ifkbw:nhf (Internationales Forum für Kunst, Bildung und Wissenschaft, Nikolaus Harnoncourt Fonds), insbesondere Ernst Smole, Wolfgang Pekny und Dietmar Pucher hat in den letzten Jahren einen "Bildungsplan für Österreich" Dokument ausgearbeitet, der versucht, alle wichtigen Positionen zum Thema Bildung zusammen zu fassen. Dieses Dokument wurde bereits mit zahlreichen VertreterInnen der Öffentlichkeit (Regierungsmitglider, Nationalrat, …) diskutiert, und die Ergebnisse der Gespräche wurden wieder in das Dokument einfließen lassen.

Die Arbeitsgruppe Bildung der Initiative Zivilgesellschaft beschäftigt sich derzeit auf Basis dieses Dokuments mit Fragen zur Bildung und gibt Feedback über Ergänzungen oder Änderungsvorschläge.


Inhalte des "Bildungsplans" (Kurzfassung)

Ziel

Alle PflichtschulabsolventInnen beherrschen das Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie entscheiden sich frei für einen Lehrberuf oder für eine weiterführende Schule. Sie verfügen über eine stark ausgeprägte Arbeitshaltung, sind interessiert, zusammenarbeits- und paktfähig, kommunikativ und verlässlich. Dies befähigt sie zu einem selbstbestimmten Berufs- und Privatleben.

Wege zum Ziel

Sicherung des Gelingens des Unterrichts (Aus- und Weiterbildung). Eine neue Staatsordnung, die die aus einem undemokratischen Herrschaftssystem stammende, autonomieunfähige schulische Vielstufenhierarchie durch eine funktionierende, weil stufenarme Struktur ersetzt. Zeitgemäße „Gefäße“ für die mit Aufgaben überladenen Schulen – also ganztagestaugliche Schulbauten.

Diversität

Die Schule führt alle SchülerInnen in ihren messbaren und nicht objektivierbaren Begabungsaspekten zum persönlichen Höchststand an Erkenntnisfähigkeit und Können. Aspekte, die den Durchschnitt verlassen – Hochbegabung & Benachteiligung – werden gezielt gefördert. Verantwortung schaffende Bürgernähe macht die Eltern zu wirksamen PartnerInnen der Schule.

Die SchülerInnen sind die Hauptbetroffenen, die LehrerInnen aber die Hauptakteure!

Ziel dieses Planes ist der optimale Nutzen der Schule für die Schülerinnen und Schüler. Am wichtigsten sind aber die ambitionierten Lehrerinnen und Lehrer, denn es liegt vor allem an ihrer immer schwieriger werdenden Arbeit, ob Unterricht und Lebensentwürfe gelingen!

Gelingendes Change Management – künftig auch bei Schulreformen

Dieser Plan zeigt Wege zur Vermeidung von Kollateralschäden, die bei jeder Reform drohen, auf. Das Wissen um die schicksalhafte historische Entwicklung von Schulwesen und Staatsordnung (Föderalismus) minimiert reformverhindernde Aggressionen und dumpfe Schuldzuweisungen.

Ein Bildungsplan aus der Zivilgesellschaft

Nicht Institutionen, sondern hunderte Bürgerinnen und Bürger aus den unterschiedlichsten Berufs- und Bevölkerungsgruppen haben diesen Plan gestaltet. Sie haben ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihre Visionen und ihre Emotionen zur Verfügung gestellt. Angehörige von Institutionen haben sowohl deren amtsoffizielle Sichtweise, als auch ihre persönlichen Haltungen und Einschätzungen eingebracht und Widersprüche sichtbar gemacht. Dieser Plan entstand gemäß dem Subsidiaritätsprinzip, also von unten nach oben, von den Schülerinnen, Schülern und Eltern hin zu den politischen Entscheidungsträgern.


Fakten

Bis zu 40% der 15jährigen ohne ausreichende Fähigkeiten im Lesen, Schreiben, Rechnen, Kommunizieren, Arbeitshaltung, Verlässlichkeit! Mehr als 10% Leseschwache in Gymnasien! Notendumping in allen Schultypen! „0-er Unikurse“ zum Nachholen des AHS-Stoffes in Mathematik! Steigender Lehrlings- und Facharbeitermangel bei zeitgleicher hoher Jugendarbeitslosigkeit! Durch Schulversagen verursachtes, oft lebenslanges Unglück- rund 120 Mrd. € für eine Generation. Nachhilfeexplosion. Gewalt an Schulen – laut OECD fünfmal so häufig wie in Schweden. Zuwanderung bedeutet höchsten schulischen Qualitätsbedarf!

Leitlinien

Professionelles „Change Managment“ , d.h. verlustangstbewusstes, gelingendes Reformieren - keine Kollateralschäden! Schule heran die BürgerInnen – SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern! Gleichwertige (Aus)bildung von Hirn, Herz, Hand & Mund! „Überblicksdenken & Globalverstand“! Klare, knappe und schulwirklichkeitstaugliche Strukturen per Reform der Staatsordnung (Verfassung), umfassend wirkmächtige Feedbackkultur, systemische Autonomie als Teil des Paketes „Autonomie, Eigenverantwortung, Vertrauen, externe Kontrolle, Konsequenzen“, Schulische Individualautonomie per Verkürzung der Hierarchie auf „Schule-Schulträger“. Zuwanderung als schulischer Qualitätsturbo! Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung, vorausblickende Verhinderung bereits heute sichtbarer Nachteile.

1 - Zuständigkeit der Gemeinden

„Schule möglichst nahe heran an die BürgerInnen“. Gemeinden – heute hochprofessionelle Dienstleister! Gemeinden, Private und Konfessionen sind optional Schulträger & Dienstgeber (STDG), Anreize für die Gemeinden, als Schulträger & Dienstgeber (STDG) zu fungieren. Frühbildung. Echte, auf kurzem Weg kontrollierte 3-fach-Autonomie (personell, pädagogisch, finanziell), DirektorIn- und LehrerInnenauswahl durch Hearings , sichtbare Unterrichtskunst anstatt Parteibuch!, Leistungsgerechte Bezahlung, Boni.

2 – Zuständigkeit der Bundesländer

Koordination des Schulsystems (Landesbildungsservice), Vorsorge für Schulen in entlegenen Regionen, PädagogInnenbildung; optional Schulträger/Dienstgeber, Einnehmen und Verantworten von Steuern zur Schulfinanzierung, daher kein Schulstreit Bund-Länder wegen Kleinschulen. Neue Staatsfinanzordnung!

3 – Zuständigkeiten des Bundes

Sicherung der Vergleichbarkeit! Gesetze für Schulprofile, Leistungsstandards, PädagogInnenbildung, keine „Provinz-Verländerung“! Weisungsfreie Externkontrolle & Konsequenzen! Services (u.a. für Hearings), Best Practice Multiplikation, Beratung und Formalvetorecht bei Personalentscheidungen.


Fristigkeit

A - SOFORTMASSNAHMEN

Wegen „Schulischem Aufgabentsunami“ – Baumaßnahmen zur Ganztagestauglichkeit der Schulen

Sichern des Gelingens des Unterrichts – derzeit 55,7% Störungsquote in Pflichtschulen, Gewalt!

B - REFORMSTUFE I, 2016 - 2020

Reform der Staatsordnung – Neudefinition der schulbezogenen Aufgaben von Bund, Ländern, Gemeinden. „Mittlere Reife mit 14 Jahren“. Einstufungsfreie Frühbildung (Langzeitbeobachtung statt Tests), „Behutsame Frühe Schule von 4 bis 10“. EINE PädagogInnenausbildung für 0-10! Optimierung des Unterrichts. Aufwertung der manuell-künstlerischen Bereiche. Reformen von Unterrichtsgegenständen – Geschichte/Gegenwartskunde, Mathematik, Ethik/Religionskunde, Politische Bildung. LehrerInnenbildung NEU-Neu: Störungsprävention, Leadership, Diversity! Dies fehlt in den derzeitigen Konzepten weitgehend!

C - REFORMSTUFE II, 2020 - 2025

Fortführung von I, behutsame Etablierung der GIG, der „Gemeinsamen Individualdifferenzierten GanztagesUNTERRICHTSschule“ inkl. ausgiebiger Pausen. Tätiges Erkennen neuer Notwendigkeiten!

D - REFORMSTUFE III 2025 - 2030

Fortführung von I & II, Konsolidierung aller Bereiche. Flexible Reaktion auf alle neuen Entwicklungen. Vollendung des Weges „vom Reformwerk zum optimalen Normzustand“!